Betrogene Betrüger

von Walter Post

Wenn man die politischen Ereignisse in den USA aufmerksam mitverfolgt, dann kann man
sich des Eindrucks nicht erwehren, daß ein Teil des Establishments der Republikaner den
Wahlbetrug der Demokraten wenn nicht mitgetragen, so doch zumindest hingenommen hat.
Es ist kein Geheimnis, daß es in der Republikanischen Partei eine Reihe von Leuten gibt, die
Donald Trump liebend gerne loswerden würden (die „Never Trumpers“) und nun die
Gelegenheit dazu gekommen sehen.

Der Gouverneur von Georgia Brian Kemp und sein Staatssekretär Brad Raffensperger
haben den Wahlbetrug am 3. November aktiv mitgetragen, und die beiden Senatoren von
Georgia, David Perdue und Kelly Loeffler, sind auch nicht als besondere Freunde von
Donald Trump bekannt. Nun ist aber für die „Never Trumpers“ in der Republikanischen Partei
eine äußerst unangenehme Situation entstanden. Bei den Wahlen am 3. November haben
Perdue und Loeffler so schlecht abgeschnitten, daß sie in eine Stichwahl mit ihren
demokratischen Konkurrenten am 5. Januar 2020 eintreten müssen. Verlieren Perdue und
Loeffler diese Stichwahl, dann verlieren die Republikaner auch ihre knappe Mehrheit im
Senat; es steht dann 50 : 50, und bei Stimmengleichheit entscheidet der Vizepräsident,
derzeit noch Mike Pence. Zieht aber Joe Biden ins Weiße Haus ein und wird Kamala Harris
Vizepräsidentin, dann verlieren die Republikaner ihre hauchdünne Mehrheit den Senat. Das
bedeutet, daß die Demokraten im Besitz des Weißen Hauses und ausgestattet mit
Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat durchregieren und die Verhältnisse so
umgestalten können, daß die Republikaner in Zukunft keine Chance mehr haben, den
Präsidenten zu stellen oder eine Mehrheit im Senat zu gewinnen.

Das Establishment in der Republikanischen Partei steht jetzt vor der Alternative, entweder
den ungeliebten Donald Trump zu unterstützen oder aber den Weg in die politische
Bedeutungslosigkeit anzutreten. Erschwert wird diese Situation noch dadurch, daß die
republikanischen „Never Trumpers“ durch ihre Akzeptanz des Wahlschwindels vom 3.
November eine chaotische Situation geschaffen haben. Wenn das „Democratic National
Committee“ mit diesen nicht mehr zu übersehenden betrügerischen Methoden durchkommt,
gibt es nichts, was es daran hindern könnte, sie auch in Zukunft anzuwenden. Die
amerikanische Republik wäre dann Geschichte, aber es gibt sehr einflußreiche Leute, die
genau das wollen.

Donald Trump hat am Abend des 5. Dezember 2020 in Valdosta in Georgia eine große
„Rally“ abgehalten, in der er genau auf diesen Sachverhalt hingewiesen hat, daß auch bei
der Stichwahl um die beiden Sitze im Senat am 5. Januar wieder mit Wahlbetrug zu rechnen
ist. Trump hat es sich nicht nehmen lassen, in seiner Rede – wie bereits in seiner Rede am 2.
Dezember – sämtliche bisher bekannten Details der Wahlmanipulationen vom 3. November
ausführlich darzulegen. Schließlich sprach Trump seine Unterstützung für David Perdue und
Kelly Loeffler aus, wobei man den Eindruck gewinnt, daß er die Zwangslage, in der sich die
beiden Senatoren und mit ihnen die „Never Trumpers“ in der Republikanischen Partei
befinden, sichtlich genießt. Seine lobenden Worte für die beiden Senatoren waren voller
ironischer Untertöne. (Speech: Donald Trump Holds a Political Rally in Valdosta, Georgia –
December 5, 2020; https://www.youtube.com/watch?v=hKBZemnS1j4)

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