In den neuen Bundesländern fürchtet man die DDR-Endzeit zurückkommen

Der Autor lebt zum Teil in den neuen Bundesländern und steht deshalb in täglichem
Gespräch mit Bürgern, welche auch die Zeit vor der Wiedervereinigung erlebt haben.

In den neuen Bundesländern sind die Leute empfindlicher gegen
Freiheitseinschränkungen und Staatsbefehle, weil sie das alles schon einmal erlebt
haben. So ist es nicht zufällig, dass die Querdenkerdemonstrationen, die Anti-CoronaDemonstrationen und das Aufbegehren gegen die linke Meinungsdiktatur in den neuen
Bundesländern mehr Resonanz und mehr Widerhall finden als im satten und von
Multikulti bestimmten Westen.

„Es breitet sich wieder eine Angst- und Unzufriedenheitsstimmung aus, wie wir es vor
der Wiedervereinigung erlebt haben“, meinte mein Neffe, der damals den christlichen
Aufstand gegen die sozialistische Diktatur mitgetragen hat. Die alten Freiheitskämpfer
gegen die DDR sehen eben heute auch mehr Parallelen zur damaligen Zeit als wir
dekadenten „Wessis“:

  • Wir werden heute von einer Regierung dirigiert, welch das Parlament nicht
    immer fragt oder erst zu spät und welche sich nun durch die Änderung des
    Pandemiegesetzes erst nachträglich ein „Ermächtigungsgesetz“ schafft, um in
    unsere grundgesetzlich garantierten Freiheiten einzugreifen, wie z. B. ob wir
    aus dem Hause gehen dürfen, ob wir arbeiten dürfen, ob und wo wir nur noch
    mit Maulkorb herumlaufen dürfen u.a.
    Dagegen mobilisiert sich wachsender Widerstand der Menschen. Nicht zufällig
    ist wieder Leipzig einer der Brennpunkte, in denen die Menschen um ihre
    persönliche Freiheit gegen die Freiheitsbeschränkungen kämpfen. Und wieder
    versucht die Regierung, die Ordnungskräfte dagegen zu halten und mobilisiert
    Gegendemonstrationen. Die Regierungspropaganda geißelt auch völlig
    unpolitische Freiheitsdemonstrationen sofort als gefährlich und „rechtsradikal“,
    wenn sie dort eingeschleuste Gewaltgruppen feststellen kann – alles wie
    gehabt.
    Bei der Wiedervereinigung fiel auf, dass die Ostdeutschen im Umgang
    untereinander und vor allem mit Fremden ängstlich waren. Sie fürchteten sich
    vor Denunziation, wenn sie etwas Falsches sagten. Deshalb wurden auch
    Einladungen möglichst vermieden. Jeder hatte Angst vor Spitzeln.
    Auch bei uns wird unter dem Vorwand „Kampf gegen rechts“ denunziert.
    Rechtsverdächtig ist jeder, der die internationale Verschuldung Deutschlands
    kritisiert (Verschwörungstheoretiker), den Sinn der NATO bestreitet, gegen die
    Massenintegration ins Sozialsystem redet oder die von der Regierung
    verbreitete Corona-Panik nicht ernst nimmt (Corona-Leugner). Selbst der
    Bundespräsident war sich nicht zu schade, die Soldaten aufzurufen:
    „rechtsverdächtige Kameraden zu melden“. Gleiches verlangte die
    Verteidigungsministerin auch von den Soldaten. Die Ärztekammern Berlin und
    Schleswig-Holstein forderten ihre Mitglieder auf, „coronaleugnende Ärzte“ zu
    melden. Niedersachsens Ministerpräsident Weil verlangt von uns allen,
    Freunde und Nachbarn zu denunzieren, wenn diese die von der Regierung
    befohlenen Corona-Regeln nicht einhalten. Von den öffentlichen Medien wird
    man inzwischen ausgegrenzt, wenn man die herrschende Öko-Klimahysterie
    nicht mitmacht.
    Die „Ossis“ haben das alles schon einmal erlebt. Kein Wunder, wenn sie eher
    und allergischer auf Denunziationsvorgaben reagieren als die
    wohlstandsträgen „Wessies“.
  • Die DDR hatte Staatspropaganda. Berichtet und geschrieben wurde nur, was
    der Partei nützte und im Parteijargon.
    In der von einer ehemaligen DDR-Propaganda-Funktionärin geleiteten
    Bundesrepublik werden jährlich Millionen von Bestechungsgeldern an die
    Presse gegeben, im letzten Jahr 144 Mio. zuzüglich angeblich 600 Mio. SorosGelder „für den Kampf gegen rechts“. Die Medien sind nicht nur der Macht,
    sondern auch des Geldes wegen auf Regierungskurs. Der
    Journalistennachwuchs ist bereits mit 92 % politisch rot und grün organisiert.
    Die ehemalige DDR-Bürgerrechtlerin Angelika Barbe (CDU) meint dazu,
    außerhalb der Staatsmedien gäbe es inzwischen „keine andere Meinung, keine
    andere Information. Absolut pervers ist es, dass die öffentlich-rechtlichen ARD
    und ZDF sich auch noch Preise verleihen für guten Journalismus. Das erinnert
    an die DDR, wo sich die Mächtigen auch gegenseitig lobten und mit Orden
    behängten“. Für Westdeutsche mag dies neu oder noch nicht glaubhaft sein, die „Ossis“
    kennen dies schon lange und glauben unserer „Lügenpresse“ schon lange nicht
    mehr.
  • Die DDR hatte früher Zentral-Verwaltungswirtschaft, die Bundesrepublik soziale
    Marktwirtschaft, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der
    Marktteilnehmer.
    Inzwischen aber respektiert die Regierung die Selbstverantwortung der
    Wirtschaft nicht mehr. Nicht Unternehmer und Gewerkschaften dürfen für
    Gesundheit im Betrieb sorgen, sondern die Regierung stoppt die gesamte
    Wirtschaft willkürlich generell ab und verordnet nicht nur zum zweiten Mal
    ganzen Branchen Absturz (Shutdown), sondern finanziert jetzt mit wachsenden
    Milliardenbeträgen statt Produktion und Dienstleistung wachsende
    Arbeitslosigkeit nach Gutdünken. In der DDR musste man noch für sein Geld
    arbeiten, in der Bundesrepublik gibt es jetzt nicht nur für Zuwanderer, sondern
    auch für immer mehr Einheimische Geld ohne Arbeit. Das kommt dem Ideal der
    Grünen immer näher, die eine Arbeitslosengrundrente für alle und ein Verbot
    von immer mehr von ihnen als schädlich behaupteten Betrieben, Branchen und
    Wirtschaftszweigen wollen. Wir sind im Westen auch auf dem Wege zu immer
    stärkerer Verwaltungswirtschaft, zur Herrschaft der Funktionäre über die
    Betriebe.
  • Ein Unternehmer aus Niepars bei Stralsund erzählte mir, dass man gen Ende
    der DDR den wirtschaftlichen Absturz „gefühlt habe“. Seit Sommer dieses
    Jahres hätte man das gleiche Gefühl, beginne bei den Unternehmern die Angst
    um die Zukunft und bei den Mitarbeitern die Angst um ihren Arbeitsplatz
    hochzukriechen.
    Die wirtschaftlichen Probleme haben zum Ende der DDR beigetragen und
    verbreiten sich jetzt in der ganzen Bundesrepublik wieder. Als um den 20. März
    2020 der ersten Finanzeinbruch an den Börsen die kommende Rezession
    verkündete, hat die Regierung überflüssigerweise in Deutschland
    wirtschaftlichen Stillstand (Lockdown) befohlen, was die Rezession
    beschleunigt hätte, wenn nicht die gleiche Regierung mit hunderten von
    Milliarden Euro – die EU mit mehr als einer Billion Euro – eine Geldschwemme
    erzeugt hätte, um den Wirtschaftsabschwung noch bis zur nächsten Wahl
    hinauszuziehen. Tatsächlich aber haben wir wachsende Arbeitslosigkeit (2,6
    Mio.), zu der zusätzlich 0,6 Mio. Kurzarbeiter gehören, und vor allem im
    Mittelstand so große Finanz- und Umsatzprobleme, dass die
    Mittelstandsforschung mit mehr als einer Million Konkursen oder Aufgaben im
    nächsten halben Jahr rechnet. Die Rezession hat also begonnen, auch wenn
    sie von Regierung und Regierungspropaganda geleugnet wird. Das Gefühl der
    „Ossis“ ist richtiger.
  • Am Schlimmsten scheint mir, dass wir wie in der DDR-Endzeit auch jetzt keine
    allgemeingültigen tragenden Werte mehr haben. Wir haben die gleiche
    Auflösung der ethisch-moralischen Grundwerte des Westens erlebt wie früher
    im Osten. Der schwarze Kardinal Sarah1 geißelt diesen moralischen Verfall: „Mit
    der Zeit wird das Problem Europa trotz der ökonomischen Entwicklung immer
    schlimmer: wissenschaftliche und technologische Fortschritte, materieller
    Überfluss, die Auflösung jeglicher eigener Identität haben das Abendland blind
    gemacht, haben es aus dem Gleichgewicht gebracht, haben es stolz, areligiös
    und atheistisch gemacht. Ein Mensch oder eine Gemeinschaft, die ihre eigenen
    Wurzeln negiert und ihr eigenes Wesen nicht mehr anerkennt, verleugnet sich
    selbst …. Die Selbstzerstörung Europas ist offenbar vorprogrammiert. Das
    Abendland hasst sich offensichtlich selbst und ist zum Selbstmord bereit.
    Europa möchte sich allen Kulturen öffnen, ebenso allen Weltreligionen, aber
    sich selbst liebt es nicht mehr. Es genügt, die Verkümmerung der Muttersprache
    bei den jungen Generationen zu beobachten …“
    „Der Westen vergeudet seine ganze Kraft, in dem erbitterten Streben, sich
    selbst zu zerstören. Die Verherrlichung einer imaginären Kraft erinnert uns
    teilweise an die letzten Tage der Sowjetunion. Ohnmächtig stehen wir da und
    erleben den Übergang von einem menschlichen in ein bestialisches Zeitalter.
    Zwei Barbareien stoßen aufeinander: Materialismus und Islamismus2
    “.

Die wachsende staatliche Corona-Manipulierung, der wachsende ideologische
Mediendruck, wachsende Denunzierungen und die wachsenden staatlichen
Zwangsmaßnahmen bei schwindender Anerkennung der Selbstbestimmung und
Eigenverantwortung der Menschen sind schon immer im Sozialismus Vorstufen.


1 Robert Kardinal Sarah „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden!“ Kisslegg 2019
2 a.a.O., S. 269

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