|
In diesen Tagen
geht uns ein Bericht von Dr. Franz Rader, Wien, über Südtirol zu, der Landschaft, in welcher es Deutschsprachigen unter fremder Herrschaft doch einmal gelungen ist, ein großes Maß an Autonomie zu bewahren. Wie schön wäre ein Südtirolstatut z.B. in Schlesien!
-----------------
Nicht nur ein landschaftlich traumhaft schönes Ländchen (nur Meer und Strand fehlen), auch eine europäische Musterregion mit einem hohen Grad gut funktionierender regionaler Selbstregierung und –verwaltung und hochentwickelter Zweisprachigkeit, bis in die Dörfer sind Beschriftungen, Straßennamen, Kurztexte, Speisekarten usw. usw. zweisprachig gehalten.
Urlauber aus Deutschland und Bayern, überwiegend im Rentenalter, sind zahlreich, aus Österreich hingegen nahezu völlig abwesend (!). Bayern liegt nahe, Ostösterreich sehr fern. Jedoch: Ohne die politische Schutzfunktion Österreichs wäre jede italienische Regierung derzeit stark versucht, die schöne Landesautonomie Südtirols zu ‘kassieren’ (kostet sie mehrere Milliarden Euro im Jahr).
In den Zeitungsläden, an den Kiosken, bekommt man alle größeren Zeitungen aus Deutschland, aus Italien, sogar zwei oder drei führende russische (!), aus Wien den “Kurier”, die “KronenZeitung”und das “profil”. Doch “Die Presse”, “Der Standard”, “Wiener Zeitung”, “Kleine Zeitung” nirgends gesehen. -Bozen ist zu vier Fünfteln eine italienische Stadt, in der Innen- und Altstadt einigermaßen ausgeglichen deutsch und italienisch, Außenbezirke überwiegend italienisch. Hohe Lebensqualität. Zahlreiche Radfahrer und Jogger (aus beiden Volksgruppen). Keine gegenseitige Animosität, aber wenig Mischung. Ich hatte anscheinend nicht eine(n) einzige(n) Zuhörer(in) aus der italienischen Volksgruppe. Im Dom während des Gottesdienstes zum Fest Christi Himmelfahrt (seit rd. einem Vierteljahrhundert auf den Sonntag verlegt) kein italienisches Wort. Aber in der nahen Dominikanerkirche, wo die Erstkommunikanten mit Foto, Vor- und Zunamen ausgestellt sind, kein einziges Kind mit deutschen Namen. Um die Ladenöffnung am Sonntag wird in Bozen derzeit heftig diskutiert, dazu ein Zeitungskommentar, “auch von den Südtiroler Katholiken gehen nur noch 20 % am Sonntag in die Kirche”.
Das Schulwesen ist auf allen Ebenen säuberlich getrennt, doch die andere Landessprache wird von den Kindern von früh an gelernt. Dennoch beklagt “Alto Adige” (die italienische Tageszeitung Südtirols), dass es mit der Zweisprachigkeit auf höherem Niveau nicht weit her sei. Vor dem Polizeihauptquartier (mit viel Drahtverhau gesichert) sagt mir eine Südtirolerin, “die Beamten müssen zwar alle Deutsch lernen, wenn sie hierher versetzt werden, aber da drinnen müssen Sie lange suchen, bis Sie einen finden, der es kann und es reden will”.
Das Bozener Schulmuseum im 3. Stock der Scuola elementare di lingua italiana A. Dante lässt auch dem deutschen und ladinischen Schulwesen volle Anerkennung erfahren; noch nach dem Frieden von Saint-Germain wurden in Bozen, 1921, deutsche Schulbücher gedruckt. Erst der Faschismus (nach dem “Marsch auf Rom” am 29. Oktober 1922) unterdrückte das Deutsche brutal, der Lehrkörper wurde personell völlig ausgewechselt. Offiziell diskutiert wird die Zusammenlegung der deutschen Landesbibliothek Dr. Friedrich Tessmann mit der (baulich weit bescheidener untergebrachten) italienischen Biblioteca Provinciale Claudia Augusta sowie der Stadtbibliothek/Biblioteca Civica, aber das Geld fehlt. Für den Hauptbahnhof Bozen hat der international berühmte Architekt Boris Podrecca ein Modernisierungsprojekt erstellt, das dem Wiener Hauptbahnhof (fertig 2014) ähnelt, doch aus Geldmangel rechnet man mit 20 Jahren bis zur vollen Ausführung (beim Brenner-Basistunnel frühestens 2026). Zwischen Bozen, Meran und dem Abschluss des Vintschgaus Zugsverkehr in beiden Richtungen im Halbstundentakt, auf diese Frequenz bringt es die ÖBB zwischen Wiener Neustadt und Graz nicht! Ansagen auf deutsch und italienisch, kein Englisch. Doch (D)Englisch findet man bis auf die Dörfer hinaus, in einem Leserbrief an die “Dolomiten” (die deutsche Tageszeitung Südtirols) klagt eine Leserin aus Bruneck, was alles in ihrem Heimatstädtchen unter englischen Titeln “läuft”.
Auf Schloss (eigentlich Burg) Hocheppan sind in der Kapelle berühmte mittelalterliche Fresken zu sehen, “die sixtinische Kapelle Südtirols”, Besichtigung kostet vier Euro extra. Dutzende Wanderer finden sich dort im Laufe einer Stunde ein, machen sich an Geselchtes, Bier oder Wein, doch ich muss lange, lange warten, bis sich eine einzige Person findet, die außer mir noch die Fresken sehen will. 2010 zählte Südtirol 28 Millionen Fremdenübernachtungen, doch nur etwa 5000 Besucher des Landes schafften den Weg ins technik- und kulturgeschichtlich bedeutsame Weltmuseum der Schreibmaschine in Partschins, 7 km von Meran.
Im Herbst d.J. stehen auch in Südtirol Landtagswahlen an. Offen für die Selbstbestimmung und Loslösung von Italien (wobei man sich nicht entschieden zu haben scheint, will am die Rückkehr zu Österreich oder einen Freistaat Tirol? – der die staatliche Abtrennung zweier Bundesländer von der Republik Österreich nach sich zöge) tritt die Wahlgruppierung “Süd-Tiroler Freiheit” ein, zählt aber bisher nur ca. 3500 eingeschriebene Mitglieder, nicht viel bei 380.000 Wahlberechtigten (aller drei Volksgruppen). Die Schützen (www.schuetzen.com) werben auf deutschen wie auch auf italienischen Plakaten für “Mehr Freiheit, mehr Unabhängigkeit”, kündigen dazu eine Kundgebung für den Pfingstsamstag an (unter www.iatz.org), mit viel folkloristischem Programm und “Gästen aus Katalonien, Schottland, Flandern, dem Baskenland, dem Veneto”, haben sich dazu aber einen kleinen Platz in Meran ausgesucht: Der wird voll aussehen, wenn sich auch nur mehrere hundert Teilnehmer einfinden. Möglichkeiten zum Aufmarsch für viele Tausende gäbe es in Meran mindestens zwei: Ist man denen ausgewichen, weil es ohne diese Massen recht leer aussähe?
Von den Südtiroler Freiheitlichen (weniger weit rechtsstehend als die Süd-Tiroler Freiheit) hat sich ein führender Kopf abgespalten, tritt mit einer eigenen Liste an: markant also die Zersplitterung des ‘rechten Lagers’. Eher dürften die Grünen Chancen haben, ab Herbst mit der Südtiroler Volkspartei die künftige Landesregierung zu bilden (nach Nordtiroler Vorbild), sollte letztere die Mehrheit verlieren.
Je knapp 6.000 Südtiroler (aller Volksgruppen) studieren an Universitäten in Italien und in Österreich. Der Südtiroler Alpenverein (SAV) nähert sich einer Mitgliederzahl von 60.000 (Gesamtbevölkerung der Autonomen Region 520.000).
In Seitenstraßen, dem einen oder anderen Außenbezirk Bozens stößt man auf ein nicht geringes “Ausländerproblem”: Schwarzafrikaner, Pakistanis, Türken. Anpassungswillig bieten Chinesen in der Innenstadt “cucina cinese ed italiana” an. Bettler: in Wien und Graz weit zahlreicher. Das italienische Regionalfernsehen zeigt erhebliche Probleme der Behörden mit wilden Siedlungen im Wald von Roma und Sinti. Auf einer Baustelle höre ich serbische Arbeiter einander zurufen. Wie vor zwei Jahren ist der Fernzug München-Verona mit einer Zugsgarnitur der ÖBB bestückt, obwohl die Strecke nur zu einem Drittel auf österreichischem Staatsgebiet verläuft.
– MfG FR
|
|
Willkommen bei der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft e.V.
Was wir wollen: Die SWG wirbt für Werte der bürgerlichen Gesellschaft.
Was meinen wir mit bürgerlichen Werten? Zuerst fragen wir unsere Anfeinder: Was meint ihr denn mit euren Begriffen wie liberal, sozial oder mittig, sozial-liberal usw.? Zumeist ist ein Wortgeklingel die Antwort. Wir Bürgerlichen, oder auch Konservativen, wollen Antworten auf der Grundlage eines festen Standortes zu geben. Diesen suchen wir auf folgenden vier Säulen.
Erstens: Bürgerlich/Konservativ = Meinungs(verbreitungs)freiheit eines jeden auch gegen die Mehrheit. Wir wissen, dass Menschen die letzte Wahrheit nicht haben können. Fortschritt geschieht daher durch immer neue Entwürfe und Pläne, und zwar aller Menschen. Scheinbar unsinnige Gedanken haben sich oft als wohltätig herausgestellt. Wir fordern daher Freiheit, insbesondere Gedankenfreiheit, auch gegen die Mehrheit.
Zweitens: Konservativ = Rechtstaatlichkeit. Der Mensch ist im Guten und Bösen zu allem fähig. Mehrheiten schwanken, Massen sind verführbar. Bürger mit einer jeweils nicht mehrheitsfähigen oder den Mächtigen unbehaglichen Meinung sind auch bei uns oft gefährdet. Wir treten daher für den Rechtsstaat ein, in welchem Minderheiten vor Mehrheiten oder Mächtigen wirksam geschützt werden.
Drittens: Konservativ = Staatstreue. Der konservative Bürger weiß, dass Freiheit und Recht nur im Staat gesichert werden können. Patriotismus, für den wir werben, soll diese Seite des Staates stärken.
Staaten sind aber oft grausam, feige, sogar verbrecherisch. Konservative wollen vor dieser Seite des Staates warnen.
Viertens: Konservativ = Verantwortung für Mensch und Schöpfung. Wir Bürgerlichen bekämpfen sozialistische Weltverbesserei. Wir glauben aber auch nicht dass sich alles von selbst, etwa aus dem „Marktkräften“, ergeben wird. Man kann Zukunft nicht mit Ideologien und Algorithmen prognostizieren, man muss sie erkunden. Daher schaut der Konservative zurück, um aus Erfahrungen unserer Vorgänger zu lernen. Für falsch hält die SWG die Gleichung: Konservativ = christlich oder religiös. Wir glauben aber, dass wir (Staatsbürger, Völker und Staaten) vor Gott zur Rechenschaft gezogen werden.
Hieraus ergeben sich die folgenden Themenschwerpunkte unserer Arbeit :
Politische Willensbildung und Fremdbestimmung
- Deutscher Belange in Europa und der Welt
- Rechtsstaatlichkeit und Rechtsschutz
- Deutsche Geschichte
- Deutsche Kultur in der Welt
- Werte – und Wertewandel
Vermissen Sie einen Beitrag? schauen Sie bitte in unser Archiv!
Urheberrechtlicher Hinweis:
Texte auf dieser Netzseite stehen unter dem Schutz des Urhebergesetzes und sind geistiges Eigentum der SWG, der Verfasser und/oder anderer Rechtsinhaber.
Soweit Rechte der SWG betroffen sind, wird hiermit die widerrufliche Erlaubnis erteilt, Texte frei zu verwenden, vorausgesetzt, dass die Herkunft von dieser Netzseite deutlich herausgestellt wird und erkennbar ist, dass es sich nicht um einen Originalbeitrag für das Publikationsorgan/Netzseite usw. handelt, welches jeweils von der hier erteilten Erlaubnis Gebrauch macht.
Das Risiko einer Verletzung der Rechte anderer trägt der Verwender. Bei Zweifel erbitten wir Rückfrage.
SWG e.V. Der Vorsitzende
Nach oben
|
|
Sehr geehrte Besucher unserer Netzseite! Liebe Landsleute!
Die Staats - und wirtschaftspolitische Gesellschaft Hamburg e.V. ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein. Eine Spende, welche Sie uns zukommen lassen, kann daher von der Steuer abgesetzt werden. Ich möchte Sie bitten, ernsthaft bitten, unsere Arbeit mit einer Spende zu unterstützen.
Es ist der Widersinn unseres derzeitigen Staates, dass viele Vereinigungen und Institutionen, welche unseren Staat ablehnen oder (wie etwa die kommunistische Partei der Linken) direkt bekämpfen, Gruppierungen, welche die Werte, auf welchen Volk und Staat stehen, in Frage stellen zum Teil sogar sehr großzügig aus Steuergeldern finanziert werden.
Die SWG, welche sich für diesen Staat einsetzt, bekommt nichts. Ich versichere Ihnen noch einmal, dass keiner unserer Vorstandsmitglieder mit Ausnahme von Erstattungen nachgewiesener Auslagen, irgend eine geldwerte Vergünstigung von der SWG entgegennimmt.
Ich grüße Sie
als Ihr Prof. Dr. Menno Aden Vorsitzender der SWG
|